In den Bergen wohnt die Freiheit“
Bergjagd mit Simone aka @into.the.forest

Fri­sche küh­le Berg­luft und ein atem­be­rau­ben­der Blick ins Tal das ist mei­ne Beloh­nung nach dem anstren­gen­den Auf­stieg. Noch ist alles mucks­mäus­chen­still. Schnell tau­sche ich mein Shirt noch gegen ein fri­sches, um eine Unter­küh­lung zu ver­mei­den. Lang­sam aber sicher zei­gen sich die ers­ten Son­nen­strah­len. Anfangs meist kühl, spü­re ich jedes Mal, wie inten­siv mein Kör­per die­se ers­ten wär­men­den Strah­len auf­nimmt.

 

Mit dem Fern­glas suche ich die ande­re Tal­sei­te ab. Nach einer Wei­le erbli­cke ich Rot­wild im dich­ten Wald! Aber nur höchst sel­ten steht ein Stück in einer Lich­tung. Das erschwert das Anspre­chen und for­dert den Jäger. Bei der Berg­jagd muss zudem die Umge­bung aus­ge­kund­schaf­tet wer­den, denn das Wild könn­te bei sei­ner Todes­flucht hin­un­ter stür­zen. Das hät­te dann eine noch auf­wen­di­ge­re und kräf­te­zeh­ren­de­re Ber­gung zur Fol­ge, wofür man glei­che meh­re­re Hel­fer braucht. Je nach­dem in wel­chem Gelän­de und wie weit das erleg­te Wild fällt, ist auch oft das Wild­bret und die Tro­phäe beschä­digt.

Ich wen­de mich nach oben zu der Fels­wand, die unge­fähr 300 bis 400 Meter von mir ent­fernt ist und suche sie mit dem Glas ab. Dabei ent­de­cke ich ein klei­nes Rudel Gäm­sen. Gei­ßen und Kit­ze ste­hen in der fast senk­rech­ten Wand. Es ist fas­zi­niert mich immer wie­der, wie gut sich die­se Wild­art im Gelän­de fort­be­we­gen kann. Ein Anblick der mein Herz jedes Mal höher schla­gen lässt.

Ich lege mei­nen Berg­stock und mei­nen Ruck­sack ab. Dann spre­che ich die Gäm­sen durch das Spek­tiv genau­er an. Alte, jun­ge, kran­ke oder alte Stü­cke suche ich nach Auf­fäl­lig­kei­ten und nach Unter­schei­dungs­merk­ma­len ab. Die Gams­jagd ist für mich eines der atem­be­rau­bends­ten Erleb­nis­se, das man in den Alpen erle­ben darf, und immer wie­der eine Her­aus­for­de­rung. Nach dem anstren­gen­den Auf­stieg muss erst ein pas­sen­des Stück gefun­den wer­den. Meis­tens erblickt man zwar ein Rudel, wel­ches dann aber hun­der­te Meter ent­fernt ist. Um einen sau­be­ren und waid­ge­rech­ten Schuss anzu­brin­gen, soll­te die Schuss­di­stanz aber nicht zu groß sein. Und ober­halb der Wald­gren­ze, wo man fast kei­ne Deckung hat, sich an ein Rudel anzu­pir­schen, ist eine Kunst für sich.

Wer dann auch noch Waid­manns­heil hat, ist wei­ter gefor­dert. Dem Erle­ger steht ein anstren­gen­der Abstieg mit der Gams auf dem Rücken bevor. Das siche­re Gehen im stei­len Gelän­de ist da natür­lich Vor­aus­set­zung für die Berg­jagd, ansons­ten kann es schnell sehr gefähr­lich wer­den.

Genau das macht die Berg­jagd, beson­ders die Gams­jagd, ein­zig­ar­tig: Aben­teu­er, die kör­per­li­che Anstren­gung und der Kampf ums Wild. Auch wenn es die­ses Mal ein­fach nicht gepasst hat, die Anstren­gung lohnt sich immer und nach jedem Abstieg ins Tal, fällt mir die­ser eine Spruch ein: „Viel­leicht keh­re ich mit lee­ren Hän­den zurück, aber nie­mals mit lee­rem Her­zen“.

Simones Essentials für die Bergjagd

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